Buchreihe, Fantasy, Rezension

Im Zeichen des Raben (Schwarzschwinge- Band 1) von Ed McDonald

Die Dunkelheit kommt, und die letzte Hoffnung der Menschen ist eine Illusion.
Ryhalt Galharrow ist Hauptmann der Schwarzschwingen. Sie übernehmen im Kampf gegen dämonische Wesen die Drecksarbeit: Kopfgeldjagden, Morde, Einschüchterung, Folter. Ryhalt hat sich dieses Leben nicht ausgesucht, vielmehr trieb ihn sein Pech in diese erbärmlichen Lebensumstände. Und er ist gut in dem was er tut, auch wenn er manchmal seiner Ehre nachtrauert, die er dem Pragmatismus geopfert hat. Da trifft er seine Jugendliebe wieder und er weiß: Für sie will er ein besserer Mensch sein. Doch das Schicksal – und die Götter – haben andere Pläne.

Eigentlich kenne ich meine Helden als adrette, wenn auch oft ein wenig abgerissene Männer die geradeso über die Runden kommen. In diesem Buch habe ich einen ganz anderen Typ kennengelernt. Den sogenannten Antihelden. Das ist einer, der dem Ganzen noch eines daraufsetzt. Und ganz genau das tut Schwarzschwingen Hauptmann Galharrow auch. Er ist ein Säufer und auch sonst eher ein Rauhbein als ein Frauenheld. Schön ist er zwar nicht, aber er hat das Herz dennoch am rechten Fleck und für seine Kameraden ist er da. Ich weis nicht ob es jetzt das war, oder die Tatsache das dieser raue Kerl in einer noch schlimmeren Welt lebt und sein bestes tut um darin zu überleben, aber ich bin nach wenigen Seiten schon ein großer Fan von ihm geworden. Er ist nämlich trotz seines Handicaps ein toller Bursche der sich allen Herausforderungen stellt. Seine Auftreten und seine Sprüche sind nicht immer so wie man es erwartet, aber das hat mir gut gefallen.In seiner Welt ist es ohnehin besser abgehärtet zu sein, denn die Gegner sind nicht gerade ohne. Da wären zum Beispiel die Kindlinge, Wesen die wie Kinder aussehen aber grausame übermenschliche Kräfte besitzen. Diese und noch einige andere machen es unserem Helden schwer seine Aufgaben zu bewältigen.
Charaktere
Wie schon erwähnt ist unser Held dieses mal ein Antiheld. Er ist mir aber trotzdem ans Herz gewachsen, denn er ist auch mutig, kämpft für seine Ziele und im zwischenmenschlichen Bereich was die Liebe angeht, unsicher. Für seine Freunde ist er da und kämpft verbissen. Ein wenig hat mich der ständige Griff zur Flasche anfangs gestört, aber dann ging es. Ezabeth ist eine sogenannte “Lichtspinnerin”, die eine ganz besondere Art der Magier zu wirken im Stande ist. Sie und Ryhalt Galharrow verbindet eine gemeinsame Kindheitserinnerung. Und dann hätten wir noch Kameradin Nenn, die sich zwar rau gibt aber die ihr eigentlich gutes Herz nicht besonders gut verstecken kann. Das merkt man beim Lesen, wenn man gut aufpasst. Ich mochte sie auf Anhieb, sie bringt neben ihrer frechen Klappe noch eine gute Portion Kampfgeist mit.
Setting
In dieser Welt würde ich persönlich nicht wohnen wollen. Es wirkt als wäre alles Gute daraus verschwunden, alle Freude und Hoffnung gleich dazu und der Himmel trägt eine “Wunde” die zeigt, das alles wie man es einmal kannte nicht mehr ist. Teilweise wirkt die Welt unserer Helden trostlos und ungastlich, schmutzig und verderbt und die zahlreichen Angriffe der Feinde machen es für die wenigen Menschen die noch Hoffnung haben, nicht leichter. Hier tappen keine Elfen durch bildschöne Landschaften, hier sieht sich der Leser eher mit dem Ende  konfrontiert.

Auch wenn es mal nicht der gewohnte Held ist den ich erwartet habe, so bin ich doch total überrascht wie sehr mich dieses Buch und die Charaktere fesseln konnten. Die Handlung war für mich durchweg spannend und ich habe richtig mitgefiebert. Es gibt nicht nur ungewöhnliche Figuren, sondern auch eine Menge Wendungen die man so nicht gleich kommen sieht. Verrat gehört auch dazu und sogar Humor blitzt an einigen Stellen auf. Die Feinde wirken stark und unaufhaltsam, was der Geschichte viel Spannung verleiht.Ich für meinen Teil bin richtig begeistert und brenne schon auf den nächsten Teil der Reihe. Für alle die mal eine etwas düstere Fantasy lesen möchten, ist das hier sicher eine Überlegung Wert.

 

 

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