Buchreihe, Fantasy, Rezension

Die Rache des Assassinen von R.J.Barker

Meine Rezension kann leichte Spoiler zum ersten Band enthalten.
Zuerst einmal – Juhu Girton ist zurück. Ich habe mich selten mehr auf einen Assassinen im Buch gefreut als hier. Allerdings ist der zweite Band der Reihe komplett anders als der erste und ich hatte schon ein wenig mit mir zu kämpfen mich daran zu gewöhnen.
Girton ist erwachsener geworden aber er hat sich schon sehr verändert. Statt seiner Klingen trägt er nun einen klobigen Kriegshammer und auch sonst musste ich mich des öfteren über meinen Helden wundern. Im ersten Band war sein Meister praktisch wie eine kleine Göttin. Ihr Wort war sein Gesetz und nichts und niemand hätte das erschüttern können. Hier schien mir alles ein wenig aus dem Ruder gelaufen zu sein. Kann sein das es an Girtons Verhalten liegt, aber ich hatte oft das Gefühl, das er selber nicht mehr weis was er eigentlich möchte.
Handlung
Inzwischen herrscht Krieg. Rufra, Aydor und Tomas kämpfen um die Herrschaft. Achtung hier kommt ein SPOILER!! Seine Meisterin ist verletzt und es sieht nicht sehr gut aus. Hier ist Girton natürlich ganz in seiner alten Rolle. Er will um jeden Preis das sie am Leben bleibt. dabei reagiert er regelrecht eifersüchtig auf Hilfe anderer. Auch im Allgemeinen ist er sehr schnell dabei Verdächtigungen auszusprechen. Zudem nützt er sein erworbenes Wissen meiner Meinung nach nicht genug. Es scheint fast als wolle er seine Vergangenheit abschütteln. Das will ihm nicht so ganz gelingen denn als Aydor ihn bittet Rufra eine Nachricht zu überbringen, muss Girton sehr über seinen Schatten springen um das zu tun. Geplagt von Zweifeln setzt er seinen Weg zu seinem Freund fort. Doch als er ankommt, muss er feststellen, das sein Freund nicht immer so handelt wie Girton es für richtig hält. Da es in diesem Band mehr um die Charakterlichen Züge der Figuren geht, sieht man gut wie sich Girton verändert hat.
Charaktere
War Girton im ersten Band noch eher der kleine “Welpe” der seine Meisterin oft mit Humorvollen Sprüchen zum Lächeln brachte, so ist er hier ein komplett anderer. Für mich war es traurig zu sehen wie er zwischen den Seilen hängt. Zum einen will er es allen Recht machen, seine Meisterin heilen und die Menschen die er liebt beschützen. Aber zum Anderen wirkt er teilweise unfähig die richtigen Schlüsse zu ziehen. Fast möchte ich das Wort unbelehrbar verwenden, aber das legt sich zum Glück gegen Ende des Buches. Da hatte ich dann wieder eher das Gefühl, das er wieder zu sich gefunden hat.
Rufra hat mir im ersten Band auch gut gefallen. Hier ist er nun nicht nur Girtons bester und einziger Freund sondern auch König. Als solcher regiert er so gut es geht gerecht. Oft hat mich sein großes Herz verwundert, aber mit starken Verbündeten an der Seite empfand ich ihn als tollen Regenten. Über Aydor war ich regelrecht überrascht. Warum dürft ihr aber selbst nachlesen. Ich denke das wird dem einen oder anderen auch so gehen.
Der erste Band hat mir einen Tick besser gefallen. Da ging es viel mehr um Girton und er war auch mehr noch der Assassine wie ich ihn gemocht habe. Hier wurde diese Freude ein wenig durch sein Verhalten und sein beharren auf dem Kriegshammer getrübt. Ich hatte fast den Eindruck als wollte er kein Assassine mehr sein. Zudem war mir dieser Mittelteil der Buchreihe ein wenig zu kampflastig. Es gab zahlreiche, blutige Gemetzel und mitten drin empfand ich das einfach zu langatmig. Trotzdem konnte mich das Buch super unterhalten. Denn Girton ist einfach ein toller Held. Ich mag ihn und das er ein Handicap hat, vergaß ich sogar immer wieder beim Lesen. Spannend war es auch und ich konnte gut mit raten wer denn nun der Verräter sein könnte. Es gab genug Action und dank des leicht leserlichen Schreibstils war ich schnell wieder in der Geschichte gefangen. Ich bin jetzt natürlich schon sehr gespannt wie es mit Girton weiter geht. Wird er bei seinem Meister bleiben? Wird er Assassine bleiben oder sich irgendwo niederlassen? Fragen, auf die ich noch eine Antwort erhoffe.

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