Buchreihe, Fantasy, Rezension

Das gefälschte Siegel – Die Neraval Sage (1) von Maja Ilisch

Heute beginne ich meine Rezension mal mit dem Cover, denn das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich mag die Farbenkombination und finde das Motiv sehr gut zum Buch passend. Ach ja, meine Rezension kann Spuren von kleinen Spoilern enthalten. Sorry.
Die Handlung:
Was wäre wenn das Siegel das einen schlimmen Dämonen bannen soll gebrochen bzw gefälscht wurde? Ist der Dämon bereits frei oder ist alle Angst umsonst? Damit beginnt das Abenteuer rund um  Tymur, Kevron, Larcon und Magierin Enidin. Die Gruppe könnte nicht unterschiedlicher sein und die Aufgabe nicht komplizierter, denn niemand darf davon erfahren. Alles muss so gut wie möglich im geheimen passieren und dazu kommt das sich die Gruppe untereinander auch noch uneins ist. Die Handlung wartet zu beginn eher mit dezenter Ruhe auf, lässt die Charaktere sich langsam entfalten. Manchen dürfte dieses Tempo vielleicht etwas zu lange sein, mich persönlich hat es jetzt nicht gestört. Ich wurde gut unterhalten und das Buchende hat mir dank eines Cliffhangers in jedem Fall Lust auf die Fortsetzung gemacht. Aber nicht nur das, sondern auch der eher ungewöhnliche Schreibstil der Autorin konnte mich fesseln. Ich mag es wenn nicht alles Mainstream ist, und hier bekam ich genau das.
Die Charaktere:
Prinz Tymur mochte ich als Kind, er war ein richtiger kleiner Charmeur und sehr pfiffig. Als junger Mann konnte er mich nicht richtig begeistern. Das liegt nicht daran das er nicht auch gute Züge hat, sondern vielmehr an der Veränderung die er mitmacht und die man beim Lesen mitbekommt. Mal ist er richtig nett, fast liebevoll um im nächsten Augenblick wieder ein richtiges A…l..zu sein. Am Buchende war ich mit ihm unten durch. Ich bin ja schon neugierig ob er mich im zweiten Teil noch einmal für sich gewinnen kann. Ich möchte hier in der Rezension keine Spekulationen aufstellen, aber sollte sich mein Verdacht bewahrheiten, könnte das durchaus passieren.
Enidin, die Magierin konnte ich das halbe Buch nicht leiden. Sie war mir unsympathisch. Das lag zum großen Teil an ihrer Art wie sie mit den anderen Gefährten umgesprungen ist. Ich hatte bei ihr das Gefühl das sie sich für etwas besseres hält, und das sie direkt von einer Prinzessinen-Schule kommt. Das passte einfach nicht zu einer Magierin. Für eine Magierin die Macht besitzt, war sie mir einfach zu oberflächlich. Für mich hat ein Magier der sich seiner sicher ist, eine gewisse Ruhe die er in sich trägt. Mag sein das Enidin wegen ihres Alters noch nicht so weit war, aber ich konnte sie bis kurz vor Buchende einfach nicht leiden.
Lorcan, der Krieger in der Geschichte hat mir neben Kevron am besten gefallen. Lorcan schwärmt für Tymur aber seine Gefühle werden ausgenutzt und wie ich fand auch mit Füßen getreten. Da bleibt zu hoffen das seine Rolle im nächsten Teil nicht die des leidenden Opfers sein wird. Allerdings hat Lorcan eine Menge Potential.
Kev hat mich in diesem Buch am meisten beeindruckt. Wenn man sich seine Ausgangssituation ansieht hat er sich als Charakter am meisten entwickelt und ich habe ihn richtig lieb gewonnen. Er zeigte in seiner Rolle, das er über sich hinauswachsen kann und am Ende war er derjenige den ich am liebsten gelesen habe.
Alles in allem wurde ich wirklich gut unterhalten. Es war zwar nicht so Action-reich wie es in einigen Fantasyromanen  zugeht, aber ich finde das Genre hat genug Platz für jede Art der Erzählung. Ich mochte die Gesichte und die Figuren( teilweise ). Die Handlung ist ja auch noch nicht zu Ende, sie verspricht in jedem Fall noch genug Konflikte für den oder die nächsten Bände. Ich bin schon neugierig wie es weitergeht und ob sich meine Vermutungen bestätigen oder ich überrascht werde. Und natürlich will ich wissen ob Tymur und Enidin im nächsten Band in meinem Leserherz einen Platz nach oben rutschen dürfen.

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