Fantasy, Rezension

Adular (Band 1): Schutt und Asche von Jamie L. Farley

Adular ist das Sammelbecken der verschiedensten Rassen. Hier leben Menschen und Elfen Tür an Tür. Aber nicht alle genießen dieses Glück, denn das trifft nur auf Hoch- und Waldelfen zu. Dunkelelfen werden ausgegrenzt und verachtet. Während wo anders das Leben angenehm und lebenswert ist, bleibt ihnen nur das triste Grau in Grau. Für einen Dunkelelfen gibt es nichts erstrebenswertes und sein Schicksal scheint bereits bei seiner Geburt besiegelt. Doch einer begehrt dagegen auf. Dûhirion. Er lässt sich von der gefürchteten Assassinengilde Umbra ausbilden. Das bringt ihm und seinen Freunden einige Privilegien die ihr schweres Leben ein wenig erträglicher machen.
Die Handlung
Dûhirion sieht täglich das Leid seines Volkes, doch er ist inzwischen abgestumpft und erledigt Auftrag um Auftrag. Bis er Elanor trifft. Eigentlich ist sie eine Waldelfe und steht hoch über ihm, doch die beiden kommen sich rasch näher. Und Dûhirion findet sich immer mehr in der Rolle der Rebellen wieder. Die Unterdrückung der Dunkelelfen nimmt immer schlimmere Züge an und Dûhirion erkennt sehr schnell wer hinter all dem steckt.
Hier fand ich ganz besonders toll wie sich alles langsam entwickelt hat. Wie ein Dominosteinchen das andere angestoßen hat bis es schließlich dazu kam das Dûhirion sich allem gegenüberstellt. Schockierend und nichts für zarte Gemüter sind die Szenen die sich abspielen wenn die “Herren” den armen Dunkelelfen zeigen wollen wo ihr Platz ist. Skrupellos und blutig werden Aufständische niedergemacht, gedemütigt und hingerichtet. Eine Welt in der ich nicht leben möchte, die mich aber wirklich sehr fasziniert hat. Denn unter all diesem Grauen gibt es dennoch Lichtblicke die mir als Leserin das Lesen versüßt haben. Auch wenn sich für Elanor und Dûhirion ein schwerer Weg abzeichnet.
Die Charaktere
Dûhirion ist nicht der typische Held wie man ihn kennt. Er hat Ecken und Kanten, ist kein Schönling. Er wurde gezeichnet, wirkt kühl aber er besitzt eine richtig große Klappe,einen tollen – leicht sarkastischen Humor, der ihn mir sympathisch gemacht hat. Dazu kommt, das er für seine Freunde da ist und ja, tief hinter der rauen Fassade steckt eben auch ein sehr weicher Kern. Das fand ich an ihm besonders toll. Ich habe mit ihm mit gelitten und immer gehofft das er mit heiler haut davon kommt.
Elanor mochte ich sofort. Ihr Handeln auf den ersten Buchseiten hat mich gleich für sie eingenommen. Sie ist liebevoll, hilfsbereit und hat ein gutes Herz. An einer Stelle im Buch hielt ich sie ein wenig für naiv, denn gerade in ihrer Situation sollte man mit Worten und Provokationen eher zurückhaltend sein, aber was solls. Sie ist eine wirklich tolle Figur und ich denke das sie auch im nächsten Band eine stärkere Rolle spielen wird.
Wer wirklich mal tolle Dark Fantasy lesen möchte die diesen Titel auch noch wörtlich nimmt, der findet hier was er sucht. Die Welt ist düster, die Bevölkerung in zwei Teile gespalten und die Handlung durchweg spannend. Man bekommt eine Menge geboten, von Verrat über brutale Gewalt gegenüber den Schwachen. Trotzdem gibt es Rebellen, die noch genug Kampfgeist besitzen um sich allem gegen überzustellen. Der Autor versteht es seine Figuren in einer Welt leben zu lassen in denen sie sich wehren müssen um nicht unterzugehen. Also Spannung, Action und auch schöne Szenen gibt es zu lesen. Mir hat der Erzählstil super gefallen und ich war schnell in der Handlung gefangen. Da freue ich mich schon auf den nächsten Band, der hoffentlich bald erscheinen wird.